Dramatisches

Während seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer war Gernot Bischoff auch Leiter einer Schultheatergruppe. Er schrieb schon in den Siebziger Jahren mit Schülern oder allein eine Anzahl von kleinen Theaterstücken, die im Deutschen Theaterverlag in Weinheim veröffentlicht wurden, z.B. Kätzchen zur Pflege, Lehrer Müller und der Zwilling, Flitzi und die Weihnachtsfarce Unfriede auf Erden.
Nach Gründung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e.V. entstand eine Komödienbühne mit einem angeschlossenen Literaturzirkel, dessen Autoren Bühnenstücke schrieben.
Die Jungautoren Jens Würfel und Sören Pahl schufen allein oder gemeinsam eine ganze Anzahl von Theaterstücken, die im Deutschen Theaterverlag in Weinheim erschienen sind.
Gernot Bischoff wandte sich dem Schreiben von Kabarett-Texten zu, die in den Achtziger Jahren die Altstadtfeste in Salzgitter-Bad, Schulfeste und Gastspiele in Partnerstädten belebten.
Mit Sören Pahl zusammen schrieb er für die Komödienbühne den Muster-Schwank Schwarzenbach im Umweltfieber, der im Deutschen Theaterverlag in Weinheim noch heute ein Renner ist. Für die Märchenbühne entstanden Bearbeitungen von 7 Grimmschen Märchen. Eigene Bühnenfassungen schrieb Bischoff für Rumpelstilzchen, Dornröschen und König Drosselbart, die gleichfalls im Deutschen Theaterverlag Weinheim erschienen sind.

Schwarzenbach im Umweltfieber

Gernot Bischoff / Sören Pahl

Der Fieberthermometer-Fabrikant Meyer-Schwarzenbach hat seine Firma von der Frau übernommen, deretwegen er eine andere im Stich gelassen hat.
Stichling, der weltfremde, wenn auch tüchtige Prokurist, soll seine Tochter Nicole heiraten, damit der Betrieb in der Familie bleibt. Diese zieht aber den Lokalreporter Grünau vor. Soraya, Schwarzenbachs ältere Tochter, hat einen Indien-Tic entwickelt, auf den Stichling zunächst allergisch reagiert.
Die Turbulenz des Stückes treibt dem Höhepunkt zu, als Reinhold, ein Vertreter der Osttiroler Partnerstadt, auftaucht und mit der Haustochter anbandelt, gar, als der Umweltminister dem Fabrikanten für seine Verdienste einen Orden überreichen will, während der abgewiesene Grünau in der Firma einen Umweltskandal und die Ministergattin in Schwarzenbach ihren früheren Liebhaber entdeckt.
Nach Reinholds „Watschentanz“ werden am Ende der Umweltskandal und die familiären Verwicklungen unter den Teppich gekehrt, und Grünau und Stichling erhalten das „Ja-Wort“ der Schwarzenbach.-Töchter.

Rumpelstilzchen

Gernot Bischoff

Das Bühnenmärchen „Rumpelstilzchen“ ist in der vorliegenden Fassung vor allem für Theateraufführungen in Schulen mit einem großen Angebot von spielwilligen Kindern geeignet. Das Stück ist so angelegt, dass eine Spielfläche vor dem Vorhang Szenen ohne nennenswerte Ausstattung ermöglicht, während die verschiedenen Bühnenbilder in der Zwischenzeit hinter dem Vorhang umgebaut werden können.

Das Bühnenmärchen bewahrt den Stoff der Brüder Grimm, zeichnet den jungen König aber nicht als grimmigen Herrscher, sondern als gegängelt von verschwenderischen Mächtigen am Hofe. Da gibt es Senta, die intrigante Stiefmutter des jungen Königs, General Klumpfuß und Schatzmeister Pleite.

Der junge König gewinnt in seiner Liebe zur Müllerstochter liebenswerte Züge. Meister Müller, verblendet von dem Stolz über die Schönheit seiner Tochter, prahlt, sie könne aus Stroh Gold spinnen. Das veranlasst Klumpfuß und Pleite, Vater und Tochter festzunehmen, um sich die Künste des Mädchens zu sichern.

Alle Kenner des Märchens wissen, dass Rumpelstilzchen dem Mädchen aus der Klemme hilft – doch zu welchem Preis!

König und Müllerstochter heiraten und vergessen in ihrem Glück, was sie dem Männlein noch schuldig sind. Ihr erstes Kind bleibt ihnen aber erhalten, weil eine Schar quicklebendiger Mäuse – in stetem Kampf mit dem bösen Kater Paul – und gute Freunde bereitstehen, dem jungen Paar zu helfen.

Dornröschen

Gernot Bischoff


Das Problem der Bühnenbearbeitung von „Dornröschen“ besteht darin, dass drei Zeitebenen nebeneinander dargestellt werden müssen: die Zeit vor Dornröschens Geburt, die Zeit, da sie sich an der Spindel sticht und die Zeit nach dem hundertjährigen Schlaf, als sie vom Prinzen wachgeküsst wird. Nur eine Schildkröte wird so alt, dass sie alle Zeitebenen überdauern kann. So macht der Autor die Schildkröte Anton zu der von der guten Fee verordneten Gefährtin der Prinzessin und Erzählerin des Märchens. Zusammen mit dem Raben Kolk ist sie zugleich auf der Suche nach dem guten Prinzen, der die Schläferin wachküssen kann.

Versteht sich, dass die böse Fee Kaltengrau und der ihr ergebene Wirt Weinschlauch alles versuchen, Dornröschens Erwachen zu verhindern. Am Ende siegt aber das Gute, wie es sich in einem Märchen gehört. Viele lustige Figuren geben dem Bühnenspiel Farbe: Frosch Kugelbauch, der Koch Labskaus; Pim, der Küchenjunge, und u.a. Haushofmeister Ladestock und Burghauptmann Brausekopf, der beim „Mensch-ärger-Dich-nicht-Spiel“ nicht verlieren kann.

König Drosselbart

Gernot Bischoff


Wie in Bischoffs Bühnenfassung von „Rumpelstilzchen“ zeichnet der Autor den König-Vater nicht als harten Herrscher, sondern gegängelt von Mächtigen am Hofe, die die Prinzessin Übermut und den König los sein wollen, um selbst regieren zu können.

Die vom Haushofmeister Nackensteif und seiner Komplizin Kabaline ausgesonnene „Freierschau“ lässt nur hässliche Edelleute zum Zuge kommen und garantiert ihre Ablehnung durch die Prinzessin. Der schöne und kluge Prinz Harald alias „König Drosselbart“ beugt sich mit falschem, hässlich machendem Bart den Bedingungen Nackensteifs und wird von der Prinzessin natürlich abgelehnt. Trotzdem gelingt es Drosselbart und seinen Helfern Prinzessin Iris und Hofnarr Siebenflax dank listiger Planung den Verschwörern am Hofe das Handwerk zu legen, Prinzessin Übermut wird geläutert und nimmt König Drosselbart zum Mann



Die geweihte Kuh

Bereits vielfach inszeniertes Theaterstück mit Braunschweiger Lokalkolorit von einem derben Streit zweier Pfarrer und ihres Kantors um zusätzliche Einnahmequellen, verbunden mit einer Liebesgeschichte der Nachbarskinder. Nach originalen Kirchenakten des Wolfenbütteler Konsistoriums aus der Nach-Reformationszeit Ende des 16. Jahrhunderts in Szene gesetzt und in Reimform gebracht.von Gernot Bischoff

30 Minuten, geeignet für lustige Gemeindefeste, nicht nur im Braunschweiger Raum. Veröffentlicht im Höfling Verlag, Weinheim.